Aktuelles

Kondolenz zum Heimgang Seiner Heiligkeit Patriarch Ilia II.
Katholikos-Patriarch der Georgisch-Orhodoxen Kirche

Links: Seine Heiligkeit Patriarch Ilia II., Katholikos-Patriarch der Georgisch-Orthodoxen Kirche. Rechts: Seine Allheiligkeit Bartholomäus I., Erzbischof von Konstantinopel – Neu Rom und Ökumenischer Patriarch.


„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Joh 11,25)

In tiefer Trauer und zugleich in der lebendigen Hoffnung auf die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus hat die Syrisch‑Orthodoxe Kirche von Antiochien, Kirchenbezirk Baden‑Württemberg, vom Heimgang Seiner Heiligkeit Patriarch Ilia II. erfahren, der am 17. März 2026 im georgischen Tiflis im Alter von 93 Jahren entschlafen ist.

Mit ihm ist ein ehrwürdiger Vater der heiligen Kirche Jesu Christi entschlafen, ein Hirte, der über Jahrzehnte hinweg mit Weisheit, Geduld und geistlicher Klarheit das ihm anvertraute Volk geführt hat. Sein langjähriges Patriarchat war getragen von unerschütterlichem Glauben, von der Treue zur heiligen Überlieferung der Tradition und von einem tiefen pastoralen Verantwortungsbewusstsein.

In Zeiten der Bedrängnis und des Umbruchs erwies sich Seine Heiligkeit Patriarch Ilia II. als standhafter Zeuge des Evangeliums. Unter seiner väterlichen Führung wurde das kirchliche Leben erneuert, geistliche Berufungen wurden gefördert, Klöster und Kirchen wiederbelebt und der Glaube im Volk nachhaltig gestärkt. Sein Wirken war durchdrungen von der tiefen Sehnsucht nach Frieden, Versöhnung und kirchlicher Einheit.

In diesen Tagen richten sich die Augen der Welt nach Georgien – und sie weinen mit! Zugleich sind sie tief bewegt und beeindruckt von der Glaubenskraft eines Volkes, das in großer Ehrfurcht und Liebe Stundenund Tage auf den Straßen verharrt, um zum aufgebahrten Leichnam des entschlafenen Hirten zu gelangen und von ihm Abschied zu nehmen. Hier wird sichtbar: Der Glaube lebt. Das Christentum lebt, die heilige Kirche lebt. Halleluja, Halleluja, Halleluja!

Wir gedenken Seiner Heiligkeit im Gebet und vertrauen darauf, dass der barmherzige Herr seinen treuen Diener in das Licht seines Angesichtes aufnimmt, „wo kein Schmerz, keine Trauer und kein Leid mehr ist, sondern das ewige Leben!“

Der Georgisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, den georgischen Schwestern und Brüder in Baden-Württemberg sowie weltweit sprechen wir unser aufrichtiges Beileid aus. In geschwisterlicher Verbundenheit tragen wir ihre Trauer mit.

Im Gebet vereint und in christlicher Hoffnung verbunden.

Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien

Kirchenbezirk Baden-Württemberg


Hinweis für die Leserinnen und Leser:
Die Georgisch-Orthodoxe Kirche gehört zur Familie der östlich-orthodoxen Kirchen. Diese Kirchen bilden eine Gemeinschaft eigenständiger, jedoch im Glauben geeinter orthodoxer Kirchen, die aus den alten Patriarchaten des Ostens hervorgegangen sind und sich in der Tradition der sieben ökumenischen Konzilienwissen. Zu ihnen zählen unter anderem die griechische, russische, georgische, serbische, rumänische und bulgarische orthodoxe Kirche. Insgesamt umfasst die Gemeinschaft der östlich-orthodoxen Kirchen heute 15 autokephale Kirchen. Sie sind durch eine gemeinsame Glaubenslehre, eine reiche liturgische Tradition und die sakramentale Gemeinschaft miteinander verbunden.

Ein einheitliches Oberhaupt im Sinne einer zentralen Leitungsinstanz besteht nicht. Unter den Patriarchen der östlich-orthodoxen Kirchenfamilie nimmt jedoch Seine Allheiligkeit Bartholomäus I. eine Ehrenstellung als primus inter pares („Erster unter Gleichen“) ein. Sein Sitz befindet sich im historischen Konstantinopel, dem heutigen Istanbul.

Elternabende zum Syrisch-Orthodoxen Religionsunterricht in Baden-Württemberg


Am 6. März 2026 fand in der St. Petrus und St. Paulus Kirche in Bietigheim-Bissingen ein Elternabend zum syrisch-orthodoxen Religionsunterricht statt. Ein weiterer Elternabend wurde am 13. März 2026 in der St. Jakob von Nisibis Gemeinde in Heilbronn-Kirchhausen durchgeführt. 

Ziel der Abende war der Austausch zwischen den Religionslehrkräften Frau Linda Güven, Herrn Bossus Acar und Herrn Matay Akyüz sowie Herrn Dr. Dr. Josef Önder, dem Verantwortlichen für den syrisch-orthodoxen Religionsunterricht in Baden-Württemberg, und den Eltern der Schülerinnen und Schüler. In einer offenen und konstruktiven Atmosphäre konnten Fragen zu Unterrichtsinhalten, schulischer Kooperation und kirchlicher Begleitung erörtert werden. 

Darüber hinaus wurde den Eltern und anwesenden Gemeindemitgliedern der Bildungs- und Förderverein vorgestellt. Die Vereinsziele und -aufgaben wurden erläutert, insbesondere die Unterstützung der Bildungsarbeit, der Religionspädagogik sowie der kirchlichen Jugendarbeit in den Gemeinden.

Tagung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Baden-Württemberg im Kloster Lichtenthal in Baden-Baden


Am 12. und 13. März 2026 fand im Tagungshaus des Kloster Lichtenthal eine Tagung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg statt. 

Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien wurde bei dieser Zusammenkunft durch Dr. Dr. Josef Önder vertreten. Er nahm stellvertretend für Herrn Philippus Simons teil, der die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg vertritt.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg (ACK) ist ein ökumenischer Zusammenschluss verschiedener christlicher Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften. Ziel der ACK ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen zu fördern, den theologischen Dialog zu vertiefen und gemeinsame Anliegen des christlichen Zeugnisses in Gesellschaft und Öffentlichkeit wahrzunehmen. 

Zu den zentralen Aufgaben der ACKgehören die Förderung der ökumenischen Verständigung, die Organisation gemeinsamer Tagungen und Begegnungen, die Erarbeitung gemeinsamer Stellungnahmen zu gesellschaftlichen und kirchlichen Fragen sowie die Unterstützung von Initiativen, die das Miteinander der Kirchen stärken. Dadurch soll das gemeinsame christliche Zeugnis der Kirchen in der Öffentlichkeit sichtbar werden und der ökumenische Dialog nachhaltig vertieft werden.

Landtagswahl in Baden-Württemberg:
Glückwünsche an den neuen Ministerpräsidenten


Im Zuge der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat Bündnis 90/Die Grünen, die Partei von Herrn Cem Özdemir, die Mehrheit errungen. Als Spitzenkandidat seiner Partei wird er zum neuen Ministerpräsidenten des Landes bestellt. Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien in Baden-Württemberg übermittelt ihre aufrichtigen Glückwünsche und wünscht ihm Gottes reichen Segen für die bevorstehende verantwortungsvolle Aufgabe, insbesondere auch bei der anstehenden Regierungsbildung in Koalition mit der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU).

Die Kirche würdigt die bisherige politische Laufbahn von Herrn Özdemir, die von Engagement, Weitsicht und dem Streben nach Dialog sowie gesellschaftlichem Zusammenhalt geprägt ist. Besonders hervorgehoben wird seine langjährige Freundschaft und Wertschätzung gegenüber der syrisch-orthodoxen Christen in Baden-Württemberg.

In diesem Geist begleitet ihn die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien mit Gebeten um Weisheit, Stärke und gutes Gelingen in allen Entscheidungen zum Wohle des Landes und seiner Menschen.

Bekanntmachung:
Syrisch-Orthodoxer Bildungs- und Förderverein Baden-Württemberg


Seit dem 1. März 2026 ist der „Syrisch-Orthodoxe Bildungs- und Förderverein – Syrisch-Orthodoxe Theologie und Religionslehre Baden-Württemberg e. V.“ offiziell gegründet. Der Verein setzt sich für die geistige, ethische und intellektuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen ein und orientiert sich an der reichen Tradition der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien sowie an den Werken der Heiligen wie Ephräm dem Syrer, Jakob von Sarug, Gregorios Bar Ebroyo und weiterer Kirchenväter.

Zu den zentralen Aufgaben und Schwerpunkten des Vereins gehören:

- Akademische Förderung: Erstellung didaktischer Ressourcen für den Studiengang „Syrisch-Orthodoxe Theologie und Religionspädagogik“ an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd (University of Education).

- Religiöse Bildung: Entwicklung und Bereitstellung von Lehr- und Lernmaterialien für den syrisch-orthodoxen Religionsunterricht, Durchführung von Workshops und Aufklärungsarbeit im Bereich Theologie und Erziehung.

- Publikationen und Medien: Übersetzung, wissenschaftliche Aufbereitung und Veröffentlichung syrisch-aramäischer Liturgie- und Gebetbücher sowie weiterer Schriften.

- Sprache und kulturelles Erbe: Förderung des syrisch-aramäischen Sprachunterrichts, Pflege und Vermittlung des kulturelles Erbes.

- Wissenschaft und Dialog: Organisation von Veranstaltungen, Buchpräsentationen und kulturellen Initiativen zur Förderung des interdisziplinären Austauschs und des Dialogs innerhalb der syrisch-orthodoxen Gemeinschaft.

Der Verein versteht sich als Plattform für Bildung, Spiritualität und kulturellen Austausch innerhalb der syrisch-orthodoxen Gemeinschaft in Baden-Württemberg.

Mehr Informationen können dem Flyer entnommen werden:

https://cdn.prod.website-files.com/65422d39fceca6f3c50d262f/69ae94819ca8764d78f39854_Vereinsflyer.pdf

Internationaler Tag der Muttersprache – Sprache, Kultur und Begegnung


Bietigheim-Bissingen, 1. März 2026:

Am Sonntag veranstaltete der Verein Suryoye und Deutsche e.V. eine Veranstaltung zum Internationalen Tag der Muttersprache. Ziel war es, die Bedeutung von Sprache für Identität, Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt hervorzuheben. Der von der UNESCO ausgerufene Gedenktag macht weltweit auf die Bedeutung sprachlicher Vielfalt aufmerksam.

Die Veranstaltung fand von 14:00 bis 17:00 Uhr statt und umfasste Grußworte, Kurzvorträge sowie kulturelle Beiträge. Darüber hinaus wurden Autorinnen und Autoren vorgestellt, die ihre Werke präsentierten und Einblickein ihre Arbeit gaben.

Einbesonderer Schwerpunkt lag auf der syrisch-aramäischen Sprache, einer der ältesten überlieferten Sprachen der Welt, die bis heute von syrisch-orthodoxen Christen gesprochen wird. In syrisch-orthodoxen Familien in Deutschland wird zu Hause noch Aramäisch gesprochen, da die Syro-Aramäer Erben dieser heiligen Sprache, der Muttersprache von Jesus Christus, sind.

Zugleich bot die Veranstaltung Gelegenheit zum Austausch über Sprache, Literatur undkulturelle Projekte und setzte ein Zeichen für die Bedeutung von Mehrsprachigkeit und kultureller Vielfalt.

Auch die syrisch-orthodoxe Landeskoordination war vor Ort vertreten, durch Herrn Mag. Mag. Daniyel Brahm und Frau Linda Güven M.A.

Tag der offenen Tür – Einblicke in den Religionsunterricht


Bietigheim-Bissingen, 27. Februar 2026:

Am Freitag öffnete das Ellentalgymnasium seine Türen für zahlreiche interessierte Familien, zukünftige Schülerinnen und Schüler sowie Mitglieder der Schulgemeinschaft. Im Rahmen dieses Tages präsentierte sich auch die ökumenische Fachschaft Religionslehre und gab Einblicke in die Arbeit und Inhalte des Religionsunterrichts am Ellentalgymnasium.

Im Mittelpunkt der Präsentation stand die religiöse Vielfalt, die den Religionsunterricht an der Schule prägt. Besucherinnen und Besucher konnten sich über den evangelischen, katholischen, syrisch-orthodoxen und islamischen Religionsunterricht informieren. Dabei wurde deutlich, dass der Religionsunterricht einen wichtigen Raum für Fragen, Austausch und persönliche Orientierung in einer pluralen Gesellschaft eröffnet.

Großes Interesse fanden auch die vielfältigen Aktivitäten des syrisch-orthodoxen Religionsunterrichts. Der Unterricht wird von Frau Linda Güven erteilt, die zugleich die erste syrisch-orthodoxe Religionslehrerin in Deutschland ist. Zu den besonderen Angeboten zählen unter anderem die Mitgestaltung und Begleitung religiöser Feste und Rituale sowie Projekte in Kooperation mit verschiedenen Partnern.

Der Tag der offenen Tür bot zahlreiche Gelegenheiten für persönliche Gespräche und einen lebendigen Austausch. Dabei wurde deutlich, dass der Religionsunterricht am Ellentalgymnasium ein Ort der Begegnung, des Dialogs und des gemeinsamen Lernens ist.

Sondertagung zur Orthodoxie in Berlin


Berlin, 20.02.2026:

Auf Einladung der Staatskanzlei Baden-Württemberg fand am 20. Februar 2026 in Berlin eine Sondertagung zur Situation der orthodoxen Kirchen in Deutschland statt. Eingeladen waren die für Kirchen- und Religionsangelegenheiten zuständigen Referentinnen und Referenten der Länder sowie des Bundes, die zahlreich an der Tagung teilnahmen.

Im Rahmen der Beratungen referierte Dr. Dr. Josef Önder, Landeskoordinator und Schuldekan für das Fach Syrisch-Orthodoxe Religionslehre in Baden-Württemberg, über Perspektiven des Religionsunterrichts in einer religiös pluralen Gesellschaft. Dabei stellte er unterschiedliche Formen konfessioneller Kooperation vor und verwies auf die Bedeutung der Fellbacher Erklärung für den schulischen Religonsunterricht.

Die Tagung bot eine wichtige Plattform für Austausch und Verständigung zwischen staatlichen Stellen und kirchlichen Akteuren im Bereich von Schule, Religion und Gesellschaft.

Landesfachschaftskonferenz Theologie/Religionspädagogik
an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd


Am 30. und 31. Januar 2026 fand an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd die Landesfachschaftskonferenz Theologie (LaFaKo) der Professorinnen und Professoren, Dozentinnen und Dozenten für Evangelische, Katholische und Syrisch-Orthodoxe Theologie/Religionspädagogik an den Pädagogischen Hochschulen Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Weingarten statt. Die Tagung bot Raum für fachlichen Austausch, hochschulübergreifende Vernetzung sowie die gemeinsame Reflexion aktueller religionspädagogischer Entwicklungen.

Seitens der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Deutschland nahmen Dr. Dr. Josef Önder sowie Herr Mag. Mag. Daniyel Brahm an der Konferenz teil; beide sind als Dozenten an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd tätig.

Am 30. Januar 2026 wurde unter anderem im Rahmen der LaFaKo die Modellvorstellung „Gebet lernen und leben im schulischen Religionsunterricht. Die Literaturwerkstatt der Dr.-Engel-Realschule Eislingen/Fils: Konzeption von Gebetbüchern und gelebte ökumenische Gebetspraxis" präsentiert. Dr. Dr. Josef Önder stellte das Projekt gemeinsam mit Herrn Dirk Schwarzenbolz von der Dr.-Engel-Realschule Eislingen/Fils vor. Im Mittelpunkt standen Gebetbücher, die im evangelischen, katholischen und syrisch-orthodoxen Religionsunterricht von Schülerinnen und Schülern erarbeitet wurden. Die Vorstellung verdeutlichte, wie Gebetspraxis, Sprachbildung und ökumenisches Lernen im schulischen Religionsunterricht miteinander verbunden und praxisnah umgesetzt werden können.

Am 31. Januar 2026 berichtete Dr. Dr. Josef Önder, Studiengangsleiter für Syrisch-Orthodoxe Theologie/Religionspädagogik, über den syrisch-orthodoxen Kontakt- und Zertifikatsstudiengang an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd sowie über die Situation des syrisch-orthodoxen Religionsunterrichts in Baden und Württemberg. Die anschließenden Gespräche waren von einem wertschätzenden, offenen und konstruktiven Austausch geprägt und unterstrichen das gemeinsame Interesse an einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung der theologischen und religionspädagogischen Ausbildung.

Weiterführende Informationen zum Studiengang finden sich unter; das Studium ist auch online möglich:
https://www.ph-gmuend.de/studium/studiengaenge/lehramt/syrisch-orthodoxe-theologie/religionspaedagogik-zertifikatsstudium

Weihnachtsgottesdienst an den Ellentalgymnasien setzt Zeichen der Vielfalt


Bietigheim-Bissingen, 19.12.2025:

Der Weihnachtsgottesdienst an den Ellentalgymnasien stand in diesem Jahr in besonderer Weise im Zeichen religiöser und kultureller Vielfalt. Einen eindrucksvollen Akzent setzten Schülerinnen und Schüler syrisch-orthodoxen Glaubens gemeinsam mit ihrer Religionslehrerin Frau Linda Güven, indem sie sich aktiv an der liturgischen Gestaltung beteiligten.

Für die beteiligten Schülerinnen und Schüler bedeutete der Beitrag mehr als einen musikalischen oder liturgischen Programmpunkt. Er bot die Möglichkeit, den eigenen Glauben sichtbar zu machen und ihn im Rahmen eines gemeinsamen Gottesdienstes mit anderen zu teilen. Zugleich wurde für viele Zuhörende erfahrbar, wie bereichernd religiöse Vielfalt im schulischen Alltag sein kann.

Der Weihnachtsgottesdienst entwickelte sich so zu einem eindrucksvollen Zeichen des gegenseitigen Respekts, der Offenheit und des gelebten Miteinanders. Werte wie diese prägen das Selbstverständnis der Ellentalgymnasien und fanden in diesem Gottesdienst einen ebenso würdigen wie nachhaltigen Ausdruck.

Papstbesuch in Iznik und Istanbul: Ökumenisches Zeichen anlässlich von 1700 Jahren Konzil von Nicäa


Istanbul/Iznik, 28/29.11.2025:

Im Rahmen des Gedenkens an 1700 Jahre Erster Ökumenischer Konzil von Nicäa hat Papst Leo XIV. Ende November 2025 die Türkei besucht und damit ein starkes Zeichen des ökumenischen Dialogs gesetzt. Die historische Reise führte den Papst an bedeutende Orte der frühen Christenheit, darunter Iznik, das antike Nicäa, sowie die Metropole Istanbul, wo Begegnungen mit führenden Vertretern verschiedener Kirchen stattfanden.

Ein herausragender Moment der Reise war der Besuch der syrisch-orthodoxen St.-Ephräm-Kirche in Yeşilköy (Istanbul) am 29. November 2025. Dort traf Papst Leo XIV. mit hochrangigen kirchlichen Würdenträgern zusammen, darunter Seine Heiligkeit Moran Mor Ignatius Afrem II., Patriarch der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und des gesamten Ostens, sowie Seine Allheiligkeit Patriarch Bartholomäus I., Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel.

Im Mittelpunkt der Begegnung standen der ökumenische Dialog, gegenseitiger Respekt sowie die gemeinsame Verantwortung für das christliche Glaubenszeugnis. In einem Interview mit Vatican News bezeichnete Dr. Dr. Josef Önder M.A., stellv. Landeskoordinator und Schuldekan für das Fach Syrisch-Orthodoxe Religionslehre in Baden-Württemberg, und Protokollchef seitens der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien bei diesem historischen Besuch, die Begegnung als ein „unbeschreibliches Zeichen der Einheit". Er betonte, dass die Gespräche nicht nur einen Rückblick auf die großen Konzilien der Kirchengeschichte – etwa Nicäa, Konstantinopel, Ephesus oder Chalcedon – ermöglicht hätten, sondern vor allem den Blick auf eine gemeinsame Zukunft richteten, die von Versöhnung, Nähe und Vertrauen geprägt sei.

Dr. Önder hob hervor, dass es weit mehr gebe, was die Kirchen verbinde, als das, was sie trenne, und wertete die gemeinsame Anwesenheit der Patriarchen und Kirchenoberhäupter als deutliches Zeichen eines erneuerten ökumenischen Bewusstseins. Besonders bewegend sei für viele der Austausch am „runden Tisch" gewesen, der die geistliche Verbundenheit der christlichen Traditionen sichtbar gemacht habe.

Einen symbolträchtigen Höhepunkt bildete die Überreichung eines Hirtenstabes als Geste brüderlicher Verbundenheit, den Metropolit Mor Filüksinus Yusuf Çetin Papst Leo XIV. übergab. Dieser Hirtenstab war Metropolit Çetin vor vierzig Jahren bei seiner Metropolitenweihe überreicht worden. Gerade die Weitergabe dieses persönlichen Amtszeichens verlieh dem Moment eine besondere spirituelle Tiefe.

Der Papstbesuch in Istanbul, eingebettet in Liturgien, Gebete und interkonfessionelle Begegnungen, wurde von allen Beteiligten als ein bedeutender Schritt des ökumenischen Miteinanders gewürdigt, dessen Wirkung weit über das Jubiläum von Nicäa hinausreichen soll.

Interview mit Radio Vatikan:
https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-11/papst-leo-xiv-istanbul-tuerkei-syrisch-orthodox-kirche-oender.html

Tübinger Tagungen zur religiösen Bildung: Orthodoxe Stimmen im Fokus


TÜBINGEN – Am 7. und 8. November 2025 fanden an der Universität Tübingen unter der Leitung von Prof. Dr. Friedrich Schweitzer zwei Tagungen zur religiösen Bildung in einer pluralen Gesellschaft statt. Wissenschaftler:innen, Lehrkräfte und Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften diskutierten aktuelle Herausforderungen und Perspektiven des Religionsunterrichts.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem orthodoxen Religionsunterricht, der in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt. Prof. Schweitzer betonte die Notwendigkeit, orthodoxe – insbesondere syrisch-orthodoxe – Perspektiven stärker in Forschung und Praxis einzubeziehen.

Am zweiten Tag stand der interreligiöse Dialog im Mittelpunkt, mit Diskussionen über Kooperationen zwischen orthodoxer, syrisch-orthodoxer, evangelischer, katholischer und islamischer Religionspädagogik. Die syrisch-orthodoxe Landeskoordination wurde an beiden Tagen von der Religionslehrerin und Doktorandin Linda Güven vertreten.

Die Tagungen unterstrichen die wachsende Bedeutung des interreligiösen Austauschs und die Notwendigkeit, orthodoxe Traditionen künftig intensiver in die Religionspädagogik einzubinden.

Fortbildung zu den abrahamitischen Religionen: Erlebbare Praxis im Religionsunterricht


Wie können Lehrkräfte religiöse Vielfalt im Unterricht erfahrbar machen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Fortbildung am Donnerstag, 6. November 2025, im Christus-Gemeindehaus in Eislingen. Unter dem Titel „Medienkoffer abrahamitische Religionen – erlebbare Praxis mit religiösen Gegenständen, Sachinformationen und Minigeschichten" stand der Nachmittag ganz im Zeichen des interreligiösen Lernens.
Leiter der Veranstaltung war der evangelische Schuldekan Stephan Schiek. In seinem Einführungsvortrag stellte er das Konzept der vergleichend-theologischen Religionspädagogik vor, das den Austausch zwischen den Religionen fördert und Schülerinnen und Schüler zu respektvollem Dialog anregt.
Zu den Referierenden gehörten Ingrid Held (Büro des Schuldekans), Zehra Islertas und Diana Lukas vom ZSL Schwäbisch Gmünd, Dr. Dr. Josef Önder (stellv. Landeskoordinator und Schuldekan der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Baden-Württemberg) sowie die Lehrerin Nathalie Wolz.
Im Mittelpunkt der Fortbildung standen drei Medienkoffer zu Christentum, Judentum und Islam. Sie enthalten authentische religiöse Gegenstände, Sachinformationen und Erzähltexte, die Schülerinnen und Schülern ein anschauliches und sinnlich erfahrbares Lernen ermöglichen. In einer Stationenphase konnten die Teilnehmenden die Koffer selbst erkunden und erproben, wie diese im Unterricht eingesetzt werden können.
Die Veranstaltung endete mit einer gemeinsamen Auswertung. Die Teilnehmenden nahmen viele Anregungen mit, wie Lernen lebendig und dialogorientiert gestaltet werden kann.

Premiere in Baden-Württemberg: Erstmals wurde die Abiturprüfung im Fach Syrisch-Orthodoxe Religionslehre erfolgreich abgelegt


Bietigheim-Bissingen / Stuttgart – In stiller Würde und mit gewichtiger symbolischer Strahlkraft wurde am 8.7.2025 an den Ellental-Gymnasien I und II in Bietigheim-Bissingen ein Stück Bildungsgeschichte geschrieben: Erstmals wurde im Land Baden-Württemberg die Abiturprüfung im Fach Syrisch-Orthodoxe Religionslehre abgenommen – ein Novum nicht nur auf Landes-, sondern auf gesamtdeutscher Ebene. In keinem anderen Bundesland existiert bislang ein vergleichbares Angebot. Weder wird das Fach an Gymnasien regulär unterrichtet, noch ist eine Prüfung im Rahmen der Hochschulreife vorgesehen.

Die Schülerinnen und Schüler Leonie B., Marcus C., Simone A. und Lena A. legten ihre Prüfung unter der Leitung von Frau Linda Güven ab – der ersten syrisch-orthodoxen Religionslehrerin in Deutschland, die sie im Fach durch die Oberstufe begleitet hat. Der Prüfungskommission gehörten zudem Herr Mag. Mag. Daniyel Brahm und Herr Dr. Dr. Josef Önder M.A. an. Auch der Schulleiter des Ellental-Gymnasiums II, Herr Ingo Knesch, nahm an den Prüfungen teil. Mit beeindruckender Klarheit, theologischem Tiefgang und didaktischer Reife bestanden die Absolventinnen und Absolventen die Prüfung. Der Augenblick markiert einen bedeutsamen Schritt in der institutionellen Anerkennung religiöser Bildungsvielfalt im staatlichen Schulwesen in Baden-Württemberg – zur Freude sowohl der verantwortlichen staatlichen Stellen als auch der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, deren Gläubige fest im kulturellen Gefüge des Landes verankert sind.

Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, deren Anfänge bis in die apostolische Zeit zurückreichen, zählt zu den ältesten Kirchen der Christenheit. Ihre geistliche und liturgische Heimat liegt im historischen Mesopotamien – in den heutigen Gebieten Syriens, des Irak und der Südosttürkei. Die Gläubigen dieser Kirche sprechen Aramäisch – jene Sprache, die auch Jesus Christus als Muttersprache gesprochen hat. Weltweit gehören ihr etwa sechs Millionen Gläubige an; in Deutschland leben rund 120.000 syrisch-orthodoxe Christinnen und Christen, davon etwa 30.000 in Baden-Württemberg allein. Bundesweit bestehen über 60 syrisch-orthodoxe Gemeinden. Das geistliche Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Gläubigen in Deutschland ist Metropolit Mor Philoxenus Mattias Nayis, der im Kloster des heiligen Jakob von Sarug im westfälischen Warburg residiert.

Ein eindrucksvolles Zeugnis gelebter Bildungsintegration ist der an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd angesiedelte Kontakt- bzw. Zertifikatsstudiengang Syrisch-Orthodoxe Theologie und Religionspädagogik. Es ist in Europa einmalig und widmet sich der akademischen Qualifikation zukünftiger Lehrkräfte, die das Fach Syrisch-Orthodoxe Religionslehre an öffentlichen Schulen unterrichten. Dieses Leuchtturmprojekt steht beispielhaft für eine Theologie in der Diaspora, die in der Lage ist, sowohl den kirchlichen Traditionen treu zu bleiben als auch die Bildungsherausforderungen der Gegenwart aufzugreifen.

Dass nun erstmals ein Abitur im Fach Syrisch-Orthodoxe Religionslehre erfolgreich absolviert wurde, darf als kultur- und bildungspolitischer Fortschritt von erheblicher Tragweite gewertet werden – ein stilles Ereignis, das zugleich ein starkes Signal setzt: für religiöse Pluralität, für den Respekt vor konfessioneller Vielfalt und für eine Schule, die der geistigen Heimat aller Schülerinnen und Schüler gerecht werden will.

Kirche, Schule, Zukunft:
Begegnungen rund um den Religionsunterricht in Baden-Württemberg


Im Frühjahr 2025 fanden in mehreren Städten Baden-Württembergs eine Reihe von Elternabenden zum syrisch-orthodoxen Religionsunterricht statt. Die Veranstaltungen im April, Mai und Juni boten syrisch-orthodoxen Eltern die Möglichkeit, sich eingehend über Inhalte, Aufbau und Perspektiven des konfessionellen Religionsunterrichts zu informieren und in den Dialog mit Verantwortlichen aus Schule, Kirche und Theologie zu treten. Den würdigen Abschluss dieser Reihe bildete der Informationsabend am 1. Juni 2025 in der St.-Afrem-Kirche in Heilbronn – zugleich der letzte Elternabend des laufenden Schuljahres. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Gemeinderat der syrisch-orthodoxen Kirchengemeinde Mor Afrem. Sie bot ein vielschichtiges Programm, das theologische Bildung, religionspädagogische Praxis und schulische Realität miteinander in Beziehung setzte. Den Abend eröffnete Dr. Dr. Josef Önder M.A., stellvertretender Landeskoordinator und Schuldekan, mit einem profilierten Vortrag zur geschichtlichen Entwicklung, gegenwärtigen Verortung und künftigen Ausrichtung des syrisch-orthodoxen Religionsunterrichts in Baden-Württemberg. Im Anschluss gab der Heilbronner Religionslehrer Bosus Acar B.A. M.A. einen anschaulichen Einblick in seine unterrichtliche Arbeit an den Schulen vor Ort. Auch weitere Mitglieder der Landeskoordination wirkten am Abend mit und gaben Einblick in ihre jeweiligen Zuständigkeitsbereiche: Frau Linda Güven M.A., Beraterin für den Bereich der Sekundarstufe I, stellte die gegenwärtig eingesetzten Lehr- und Lernmittel vor und erläuterte deren didaktisch-pädagogisches Profil. Mag. Mag. Daniyel Brahm, Berater im Bereich der allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien, präsentierte den an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd eingerichteten Studiengang „Syrisch-Orthodoxe Theologie / Religionspädagogik“, der im deutschsprachigen Raum bislang einzigartig ist und neue Wege für die akademische Qualifikation eröffnet. Diakon Eduard Melke, langjähriger Berater der Landeskoordination, begleitete den Abend in beratender Funktion und stand als erfahrener Ansprechpartner für Fragen aus der Elternschaft zur Verfügung.
Die Veranstaltung war geprägt von großer Wertschätzung, intensiver Aufmerksamkeit und lebendigem Austausch. Viele Eltern nutzten die Gelegenheit, ihre Anliegen einzubringen, Rückfragen zu stellen und sich über schulische sowie kirchliche Entwicklungen zu informieren. Der Abend machte eindrucksvoll sichtbar, wie engagiert sich die syrisch-orthodoxe Gemeinschaft in die religiöse Bildung der jungen Generation einbringt – getragen von einem tiefen Bewusstsein für die Verantwortung, den Glauben in der Diaspora zu bewahren, weiterzugeben und zeitgemäß zu gestalten. Ein gelungener Beitrag zur Stärkung religiöser Identität im Kontext schulischer Bildung – und ein starkes Zeichen gemeinschaftlicher Zukunftsgestaltung.

Vielfalt leben, Respekt lehren!
Kirchen und Religionsgemeinschaften im Austausch zur Zukunft religiöser Bildung


Pforzheim/Hohenwart – Religionsunterricht als Brücke zwischen Weltanschauungen und Kulturen: Dieser Anspruch stand im Zentrum einer zweitägigen Tagung, die am 27. und 28. Mai 2025 im Hohenwart Forum bei Pforzheim stattfand. Unter dem Leitgedanken „Die Fellbacher Erklärung – Was ist geworden? Was kann noch werden?“ kamen Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kirchen, Religionsgemeinschaften, Schulträger sowie der Bildungspolitik zusammen, um über Zukunftsperspektiven des Religionsunterrichts zu beraten – ganz im Geist der ersten Fellbacher Erklärung von 2011.
Die Tagung war vielfältig gestaltet: Neben einer Grundsatz-Keynote und einem offenen Barcamp-Format bildeten insbesondere die Projektstationen das Herzstück der Begegnung. Dort wurden unterschiedlichste Initiativen, Materialien und Impulse vorgestellt, die zeigen, wie religiöse Bildung in Zeiten wachsender Diversität gelingen kann. Am Dienstagabend sorgte die Freiburger Weltmusik-Band Unojah für kulturelle Akzente und musikalische Begegnung. Am zweiten Tag standen interreligiöse Impulse, Workshops und eine abschließende Diskussionsrunde mit den bildungspolitischen Sprecher:innen der demokratischen Landtagsfraktionen Baden-Württembergs auf dem Programm.
Wichtige Impulse kamen von der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Baden-Württemberg: Der stellvertretende Landeskoordinator und Schuldekan, Dr. Dr. Josef Önder M.A., nahm an der Tagung teil und brachte zentrale Perspektiven in einem der Workshops ein. In seinen Ausführungen thematisierte er die Bedeutung theologischer Identität im schulischen Kontext, die Herausforderungen kirchlicher Bildungsarbeit in der Diaspora sowie die Verantwortung von Religionsgemeinschaften für ein gelingendes Miteinander im Schulleben.
Ziel der Veranstaltung war es, bestehende Projekte sichtbar zu machen, neue Impulse zu setzen und die Aus- und Fortbildung von Religionslehrkräften stärker mit Themen der gesellschaftlichen Pluralität zu verzahnen – insbesondere auch im Dialog mit dem Fach Ethik. Das Fazit der Tagung fällt eindeutig aus: Der Religionsunterricht der Zukunft wird plural, dialogisch und konfessionell profiliert zugleich sein. Die syrisch-orthodoxe Beteiligung war dabei ein starkes Zeichen gelungener Integration theologischer Traditionen in ein gemeinsames Bildungsanliegen. Die Tagung im Hohenwart Forum war somit nicht nur ein Rückblick auf die Entwicklung seit der Fellbacher Erklärung, sondern auch ein deutlicher Ausblick auf deren konkrete Umsetzung im Schulalltag von morgen.

Gedenken an das 1700-jährige Jubiläum des Ersten Ökumenischen Konzils von Nizäa durch die Orientalisch-Orthodoxe Kirchenfamilie


Am 17. und 18. Mai 2025 waren Seine Heiligkeit Moran Mor Tawadros II., Papst von Alexandria und Patriarch des Apostolischen Stuhls des Heiligen Markus, Seine Heiligkeit Moran Mor Ignatius Aphrem II., Patriarch der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und dem gesamten Osten, sowie Seine Heiligkeit Moran Mor Aram I., Katholikos der Armenier am Heiligen Stuhl von Kilikien, zum Gedenken an das Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) zu einer gemeinsamen Begegnung im Patriarchensitz in Wadi El Natron, Ägypten zusammengekommen.

Am ersten Tag stand der theologische Austausch und das Gedenken an das Konzil von Nizäa im Mittelpunkt. In einem geistlich getragenen Rahmen wurde nicht nur intensiv über die theologische Tiefe und die wegweisenden Beschlüsse des Konzils reflektiert, sondern auch dessen historische Bedeutung und nachhaltige Wirkung für das Christentum eingehend bedacht.
In gemeinsamen Gebeten und Andachten wurde das Wirken der Väter des Konzils gewürdigt und um göttliche Führung für die Einheit und den Glauben der Kirche gebeten. Durch diesen spirituellen und wissenschaftlichen Dialog wurde das Konzil nicht nur als ein historisches Ereignis, sondern als lebendige Quelle geistlicher Kraft und theologischer Orientierung neu vergegenwärtigt.

Am zweiten Tag, dem 18. Mai 2025, fand die gemeinsame Feier der Heiligen Eucharistie statt, welche als Ausdruck der gelebten Einheit und der tiefen geistlichen Verbundenheit der Orientalisch-Orthodoxen Kirchenfamilie zu verstehen ist. In dieser Heiligen Liturgie setzte sich die jahrhundertealte apostolische Tradition in lebendiger Weise fort. Die historische Begegnung wurde von feierlichen Chören und Gesängen zu Ehren des Konzils von Nicäa umrahmt, die außerhalb der Liturgie in einem feierlichen Rahmen vorgetragen wurden.
Aus der Zusammenkunft ging eine gemeinsame Erklärung (Deklaration) hervor, in der die Kirchenoberhäupter nachdrücklich die Unerschütterlichkeit ihres Glaubens, ihr unermüdliches Eintreten für Frieden und Gerechtigkeit in ihrer Heimatregion sowie ihr fortwährendes Engagement für den ökumenischen Dialog bekräftigten.

Zugänglich ist die Deklaration über folgenden Link:
https://copticorthodox.church/en/2025/05/17/the-fifteenth-meeting-of-the-patriarchs-of-the-oriental-orthodox-churches-in-the-middle-east-at-logos-papal-center-wadi-el-natron/

Zeichen der Hoffnung: Glück- und Segenswünsche zur Inthronisation von Papst Leo XIV.



„Der Hirte sei ein Auge für die Herde – offen für das Licht, Träne für die Welt, Quelle für die Dürstenden.“
– Hl. Ephräm der Syrer –


Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien in Baden-Württemberg gratuliert der römisch-katholischen Schwesterkirche in Baden-Württemberg und darüber hinaus zur feierlichen Inthronisation Seiner Heiligkeit Papst Leo XIV. am 18. Mai 2025.

Mit aufrichtiger Freude und geistlicher Anteilnahme wird dieser bedeutsame Schritt in der Geschichte der katholischen Weltkirche gewürdigt, die in Papst Leo XIV. einen Hirten von theologischer Tiefe, geistlicher Klarheit und ökumenischer Weite empfängt. Seine Wahl steht in der Kontinuität des geistlichen Aufbruchs, der bereits unter Papst Franziskus spürbar wurde, und stärkt die Hoffnung auf vertiefte Erneuerung, wachsendes Miteinander und gemeinsames Zeugnis im Glauben an den auferstandenen Herrn – in einer Welt, die nach Gerechtigkeit, Wahrheit und Frieden dürstet.

In Vertretung Seiner Heiligkeit Moran Mor Ignatius Aphrem II., Patriarch der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und des gesamten Ostens, nahmen an den Feierlichkeiten teil: Seine Eminenz Metropolit Dioskoros Benjamin Atas, Patriarchalvikar für Schweden, sowie Seine Eminenz Metropolit Dionysius Isa Gürbüz, Patriarchalvikar für die Schweiz und Österreich. Ihre Anwesenheit ist Ausdruck der geschwisterlichen Verbundenheit zwischen der Kirche von Rom und der Kirche von Antiochien, die beide auf dem Fundament des Apostels Petrus stehen und in der Liebe Christi verbunden sind.

Absolventin des Kontaktstudiengangs „Syrisch-Orthodoxe Theologie/Religionspädagogik“ wird Religionslehrerin in Nordrhein-Westfalen


Feierliche Beauftragung neuer Lehrkräfte für den syrisch-orthodoxen Religionsunterricht

Kloster St. Jakob von Sarug, 15. Mai 2025 – In einem feierlichen Akt wurden drei neue Lehrkräfte für den syrisch-orthodoxen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen durch seine hochwürdigste Eminenz Metropolit Philoxenus Mattias Nayis, Patriarchalvikar der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Deutschland, in ihren Dienst berufen. Die Beauftragung erfolgte im Rahmen einer Zeremonie im Kloster St. Jakob von Sarug, eingebettet in das liturgische Hochfest Mariens der Ähren.

Die Lehrbefähigung „Sohduth Malfonutho“ für den Religionsunterricht wurde an Frau Ferida Brahm, B.A. (für Herne und das Ruhrgebiet), an Herrn Matthias Grigo (für Köln) sowie an Herrn Mag. Theol. Noah Abraham (für Ahlen) überreicht. Die Urkundenübergabe fand in der Klosterkapelle statt, begleitet von spirituellen Worten seiner Eminenz Metropolit Philoxenus, der die Bedeutung des Religionsunterrichts für Identität und Glaubensleben junger Menschen in der Diaspora hervorhob. Anschließend segnete der Metropolit die neuen Lehrkräfte. Er betonte, dass Religionsunterricht weit über bloße Wissensvermittlung hinausgehe und als geistlicher Dienst junge Menschen mit der Tiefe der syrisch-orthodoxen Tradition und dem Wort Gottes verbinde.

Die Landeskoordination der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Nordrhein-Westfalen, vertreten durch Herrn Landeskoordinator Adnan Mermertas und Herrn Landesbeauftragten Augin Yalcin, begleitete die Zeremonie und unterstrich in ihren Grußworten die enge Zusammenarbeit zwischen Kirche, Staat und Bildungseinrichtungen. Auch Pfarrer Petrus Kaya aus Ahlen sowie der Kirchenkreisvorsitzende Eliyo Aydin aus Rheda-Wiedenbrück wohnten der Feier bei und sprachen den neuen Lehrkräften ihre Unterstützung und Verbundenheit zu. Einen besonderen geistlichen Rahmen erhielt die Beauftragung durch das liturgische Fest Mariens der Ähren, das jährlich am 15. Mai in der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien begangen wird. In der syrisch-orthodoxen Tradition ehrt dieses Fest die Gottesmutter Maria als Quelle des geistlichen Lebens und der Fruchtbarkeit. Die Verbindung von Segnung und liturgischem Festtag verlieh dem Anlass eine tiefe theologische und spirituelle Dimension.

Frau Ferida Brahm steht kurz vor dem Abschluss des Kontaktstudiengangs „Syrisch-Orthodoxe Theologie/Religionspädagogik“ an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Sie ist somit die erste Absolventin dieses Studiengangs, die in Nordrhein-Westfalen durch den syrisch-orthodoxen Metropoliten in den Schuldienst berufen wurde. Gemeinsam mit Herrn Grigo und Herrn Abraham wird sie ihren Dienst mit Beginn des Schuljahres 2025/2026 aufnehmen.

Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien in Deutschland blickt mit Dankbarkeit und Hoffnung auf diesen Tag. Die Beauftragung der neuen Religionslehrkräfte markiert einen bedeutenden Schritt im Aufbau eines qualifizierten und zukunftsfähigen Religionsunterrichts, der jungen Menschen die spirituelle Tiefe und den kulturellen Reichtum der syrisch-orthodoxen Tradition erschließt.

Festakt „200 Jahre Lehrkräftebildung in Schwäbisch Gmünd“

Am Mittwoch, den 07. Mai 2025, wurde im Parler-Saal des Congress Centrums Schwäbisch Gmünd ein bedeutendes Jubiläum feierlich begangen: 200 Jahre Lehrkräftebildung in Schwäbisch Gmünd.

Die Pädagogische Hochschule (PH) / University of Education Schwäbisch Gmünd – die älteste Einrichtung ihrer Art in Baden-Württemberg – blickt auf zwei Jahrhunderte bildungshistorischer Kontinuität zurück: eine Geschichte, die 1825 mit der Gründung eines katholischen Lehrerbildungsseminars im ehemaligen Franziskanerkloster der Gmünder Innenstadt begann und seit 1962 in der heutigen Form der Hochschule fortgeführt wird.

In festlichem Rahmen wurde nicht nur auf die reiche Tradition der Lehrkräftebildung in Schwäbisch Gmünd zurückgeblickt, sondern zugleich ein deutliches Zeichen für die Zukunft gesetzt: Die feierliche Eröffnung der Gmünd Ulm School of Education (GUSE) markierte einen weiteren Meilenstein in der engen Zusammenarbeit zwischen der PH Schwäbisch Gmünd und der Universität Ulm.

Der Festakt wurde um 14:00 Uhr mit einem musikalischen Auftakt eröffnet, gefolgt von einer Begrüßung durch den Rektor der Pädagogischen Hochschule, Prof. Dr. Kim-Patrick Sabla-Dimitrov. In seiner Rede betonte er die gewachsene Verantwortung der Institution, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Bildungsräume zu gestalten – heute mehr denn je in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher Transformationen.

Ein besonderes Highlight bildete die Präsentation des neuen Imagefilms der Hochschule, in dem auch der Kontakt- bzw. Zertifikatsstudiengang Syrisch-Orthodoxe Theologie/Religionspädagogik Erwähnung findet (Minute 1:08). Dieser in Deutschland bislang einzigartige Studiengang unterstreicht den Anspruch der Hochschule, gesellschaftliche und religiöse Vielfalt auch im theologischen Bildungsbereich sichtbar zu machen und aktiv zu fördern.

In den darauf folgenden Grußworten brachten Vertreter aus Politik, Verwaltung und Hochschule ihre Wertschätzung gegenüber der Bildungsleistung der PH zum Ausdruck. Es sprachen u. a. Ministerialdirektor Dr. Hans J. Reiter (MWK Baden-Württemberg), Landrat Dr. Joachim Bläse und Oberbürgermeister Richard Arnold.

Im Mittelpunkt des inhaltlichen Programms stand die Keynote von Prof. Dr. Olaf Köller, geschäftsführender wissenschaftlicher Direktor des IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik und Vorsitzender der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz. In seinem Vortrag „Perspektiven der Lehrkräftebildung“ beleuchtete er aktuelle Herausforderungen und Entwicklungsbedarfe in der Lehrerbildung, insbesondere im Spannungsfeld von Digitalisierung, Diversität und gesellschaftlichem Wandel.

An die Keynote schloss sich eine Podiumsdiskussion an, moderiert von Prof.‘in Sonja Schaal (PH Schwäbisch Gmünd), in der Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Schulpraxis und Bildungspolitik – darunter Prof.‘in Dr. Olga Pollatos (Universität Ulm), Margrit Carbon (Klösterleschule), Renzo Costantino (ZSL) sowie die Referendarin Julia Krayl – aktuelle Fragen und Zukunftsperspektiven der Lehrerbildung diskutierten.

Den musikalischen Abschluss des offiziellen Programms bildete ein festlicher Ausklang, dem ein Sektempfang im Foyer des Congress Centrums folgte. In diesem Rahmen ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten zum kollegialen Austausch zwischen Akteurinnen und Akteuren aus den verschiedensten Bereichen des Bildungswesens.

Unter den geladenen Gästen befand sich auch Dr. Dr. Josef Önder M.A., Studiengangsleiter für Syrisch-Orthodoxe Theologie/Religionspädagogik am Ökumenischen Institut der PH Schwäbisch Gmünd. Seine Anwesenheit unterstrich die gewachsene Relevanz theologischer Vielfalt innerhalb der Lehrerbildung und die Bedeutung der syrisch-orthodoxen Präsenz im pluralen Bildungsdiskurs der Gegenwart.

Der Festakt verdeutlichte eindrucksvoll: Die Lehrkräftebildung in Schwäbisch Gmünd verbindet Tradition mit Zukunft – aus der Geschichte gewachsen, aber auf die Herausforderungen von morgen gerichtet.

Verleihung des Christian-Gottlob-Barth-Preises 2024 an syrisch-orthodoxe Pädagogin


Am 22. Januar 2025 wurde in Ludwigsburg der hochangesehene Christian-Gottlob-Barth-Preis von der Calwer Verlag-Stiftung verliehen. Diese renommierte Auszeichnung würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Religionspädagogik, die an baden-württembergischen Hochschulen eingereicht wurden und eine enge Verknüpfung zur Praxis religiöser Bildung aufweisen.

Die Jury des Christian-Gottlob-Barth-Preises ehrte in diesem Jahr vier exzellente Arbeiten, die verschiedene konfessionelle Perspektiven der Religionspädagogik beleuchten – darunter die evangelische, katholische, orthodoxe und muslimische Religionspädagogik. Eine besondere Anerkennung wurde Frau Edessa Sag zuteil, ehemalige Studentin der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, die mit ihrer Masterarbeit den ersten Preis errang. Ihre wissenschaftliche Abhandlung mit dem Titel „Der syrisch-orthodoxe Religionsunterricht in Baden-Württemberg – Grundlagen und Perspektiven“ widmet sich der historischen Entwicklung, den aktuellen Herausforderungen und den künftigen Gestaltungsmöglichkeiten des syrisch-orthodoxen Religionsunterrichts in Baden-Württemberg, dessen institutionelle Verankerung bis ins Jahr 1994 zurückreicht. Die Arbeit stellt eine bedeutende Forschungsleistung dar, indem sie erstmals eine umfassende und tiefgehende Analyse dieses Themenfeldes vornimmt und damit eine fundierte Basis für die weiterführende wissenschaftliche Auseinandersetzung sowie die pädagogische Fortentwicklung dieses Fachgebiets schafft. Die außergewöhnliche Qualität dieser wissenschaftlichen Arbeit wurde von der Fachjury der Calver Verlag-Stiftung mit höchster Anerkennung bedacht. Die Begutachtung der Masterarbeit erfolgte durch Herrn Professor Dr. Christoph Knoblauch von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg als Erstgutachter. Die Zweitbegutachtung erfolgte durch Herrn Dr. Dr. Josef Önder M.A., Studienleiter für Syrisch-Orthodoxe Theologie/ Religionspädagogik am Ökumenischen Institut für Theologie und Religionspädagogik der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd.

Die Verleihung des ersten Preises an Frau Edessa Sag stellt nicht nur eine Würdigung ihres herausragenden akademischen Engagements dar, sondern hebt zugleich die zunehmende Bedeutung des syrisch-orthodoxen Religionsunterrichts in Deutschland bzw. Baden-Württemberg hervor. Ihre Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarmachung und Weiterentwicklung dieses Fachbereichs.

Die syrisch-orthodoxe Landeskoordination Baden-Württemberg gratuliert Frau Edessa Sag zu ihrer herausragenden Leistung und dem Preis – Tahenyotho!

Ökumenischer Gottesdienst zum Jubiläum des Konzils von Nizäa und zur Eröffnung der Gebetswoche für die Einheit der Christen


Am Freitag, den 17. Januar 2025, fand in der Stephanskirche in Karlsruhe ein festlicher ökumenischer Gottesdienst unter dem Motto „Glaubst Du das?“ (Joh 11,26) statt. Der Gottesdienst feierte sowohl das Jubiläum des Konzils von Nizäa als auch die Eröffnung der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2025.

Vertreter verschiedener Kirchen trugen zum Gelingen der Feier bei. Federführend waren der römisch-katholische Erzbischof von Baden, Stephan Burger, die evangelische Landesbischöfin von Baden, Prof. Dr. Heike Springhart, sowie Geistliche aus verschiedenen östlich-orthodoxen Kirchen, darunter die Griechisch-Orthodoxe, Serbisch-Orthodoxe, Rumänisch-Orthodoxe und die Antiochenisch-Orthodoxe Kirche. Auch die Evangelisch-methodistische Kirche und die Neuapostolische Kirche waren vertreten. Die orientalisch-orthodoxe Kirchenfamilie war ebenfalls vertreten, insbesondere durch die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien. Der Landeskoordinator und Schuldekan Abuna Churoyo Habip Önder sowie sein Vertreter, Dr. Dr. Josef Önder, nahmen aktiv teil. Auch die syrisch-orthodoxe Religionslehrerin Linda Güven und die syrisch-orthodoxe Theologiestudentin Maria Çiçek wirkten mit. Der syrisch-orthodoxe St.-Balai-Chor aus Leimen, unter der Leitung von Herrn Malfono Lahdo Can, verlieh der Feier eine besondere, himmlische musikalische Note.

Der Gottesdienst war von einer Atmosphäre der Liebe und des Miteinanders geprägt. Die etwa 400 Gottesdienstbesucher erlebten auf eindrucksvolle Weise die Einheit der einen Kirche Jesu Christi. Im Anschluss fand ein Umtrunk im Kirchhof statt, bei dem sich die Besucher weiter austauschen und die Gemeinschaft genießen konnten.

IN TIEFER TRAUER NEHMEN WIR ABSCHIED


Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien in Deutschland und Baden-Württemberg gedenkt in ehrfurchtsvollem Respekt HERRN CHOR-EPISKOPOS ABDULAHAD KIS AFRIM († 10.12.2024), Dekan der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Baden-Württemberg.

Herr Chor-Episkopos Abdulahad Kis Afrim war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die unauslöschliche Spuren hinterlassen hat. Als erster syrisch-orthodoxer Priester in Deutschland trug er die Verantwortung, den Grundstein für das spirituelle und seelsorgerische Wirken der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in diesem Land zu legen. Mit seiner ersten Priesterweihe auf deutschem Boden wurde ihm eine einzigartige und ehrwürdige Ehre zuteil – ein Moment, der eine neue Ära für die syrisch-orthodoxen Christen in der Diaspora einläutete. Sein Leben und Wirken symbolisieren Mut, Hingabe und die unerschütterliche Liebe zu Gott, die ihn zu einem Vorbild für Generationen machten.

In seinen 45 Jahren als Priester und Hirte hat er unermüdlich im Dienste seiner heiligen Kirche gestanden. Insbesondere in den herausfordernden Jahren der Emigration hat er Tausende syrisch-orthodoxe Kinder in Deutschland getauft, hunderte Paare in den heiligen Bund der Ehe geführt und unzähligen Gläubigen durch sein seelsorgerisches Wirken Trost und Orientierung geschenkt. Zudem widmete er sich über 25 Jahre lang im Raum Bietigheim-Bissingen der Glaubensunterweisung in syrisch-orthodoxer Religionslehre an staatlichen Schulen. Mit großem Engagement vermittelte er den nachfolgenden Generationen die Werte und Traditionen des Glaubens sowie der heiligen Kirche. Für dieses segensreiche Wirken sprechen wir ihm unseren aufrichtigen und immerwährenden Dank aus.

Sein Leben war geprägt von väterlicher Fürsorge, tiefem Glauben und unermüdlichem Einsatz für die Belange seiner Gemeindemitglieder. Die syrisch-orthodoxen Christen in Deutschland und Baden- Württemberg werden ihn in dankbarer Erinnerung bewahren.

Möge der Herr ihm die ewige Ruhe schenken und ihn in sein himmlisches Reich aufnehmen.

Im Namen der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Baden-Württemberg

Dekan Habip Önder
Syrisch-Orthodoxe Landeskoordination Baden-Württemberg

Werkstatttagung der Religionspädagogischen Zentren der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Schwäbisch Gmünd



Am Montag, den 21.10.2024, fand in Schwäbisch Gmünd die Werkstatttagung der Religionspädagogischen Zentren der Diözese Rottenburg-Stuttgart statt. Unter dem Leitmotiv „Kooperativ theologisches Arbeiten“ versammelten sich zahlreiche Fachkräfte, um komparativ-theologische Themen zu erörtern und neue Perspektiven für den Religionsunterricht zu entwickeln bzw. zu reflektieren.

Im Mittelpunkt der Tagung standen die neu entwickelten Medienkoffer, die speziell auf die unterschiedlichen Glaubensrichtungen ausgerichtet sind: ein Medienkoffer für das Christentum (erarbeitet u.a. von den beiden syr.-orth. Religionslehrkräften Frau Linda Güven und Herrn Daniel Tulgar), einer für den Islam und ein weiterer für das Judentum. Diese Materialien sollen Lehrkräften helfen, den interkonfessionellen und interreligiösen Dialog zu fördern und den Schülerinnen und Schülern ein vertieftes Verständnis für die verschiedenen Religionen zu vermitteln.

Vertreter aus Kirche und Staat waren anwesend. Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung wurde durch den Leiter der Regionalstelle Schwäbisch Gmünd, Herrn Renzo Costantino, sowie durch weitere Fachberater für evangelische, katholische, islamische, ethische und syrisch-orthodoxe Religionslehre vertreten. Herr Alexander Kübler, Studiendirektor i. K. von der Religionspädagogischen Koordinierungsstelle der Diözese Rottenburg-Stuttgart führte durch das Programm. Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien war durch Herrn Dr. Dr. Josef Önder M.A., Studienleiter für Syrisch-Orthodoxe Theologie/Religionspädagogik am Ökumenischen Institut der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, sowie durch Herrn Daniel Tulgar, syrisch-orthodoxer Theologe, vertreten.

Im Zentrum der Tagung stand der Vortrag von Dr. Monika Tautz mit dem Thema „Komparativ-theologische Religionspädagogik als Perspektive für die Weiterentwicklung der Medienkoffer und Gegenstand von Fortbildungen.“ Die Tagung verdeutlichte die Bedeutung vielfältiger Kooperationen im Bereich der Religionspädagogik. Zahlreiche Mitarbeiter der acht Religionspädagogischen Institute Baden-Württembergs waren anwesend, was das Engagement für einen konfessionell kooperativen Ansatz unterstreicht. Die enge Zusammenarbeit von Staat und Kirchen wird als wesentlicher Bestandteil angesehen, um gemeinsam den Herausforderungen im Bildungsbereich zu begegnen.

Insgesamt war die Werkstatttagung ein bedeutender Schritt in Richtung einer integrativen und kooperativen Religionspädagogik, die den interreligiösen Dialog fördert und Schülerinnen und Schüler ein respektvolles Miteinander verschiedener Glaubensrichtungen näherbringt.

Einschulung der Erstklässler in Bietigheim-Bissingen im Schuljahr 2024/2025



Segnung durch den Gemeindepriester

Am Sonntag, dem 15. September 2024, fand in der St.-Petrus-und-St.-Paulus-Kirche in Bietigheim-Bissingen die feierliche Segnung der neuen Erstklässler statt. Im Anschluss an die Eucharistiefeier, die von Gemeindepriester Abuna Saliba Dag zelebriert wurde, zogen die frisch eingeschulten Schülerinnen und Schüler, begleitet von ihren Religionslehrerinnen Frau Edessa Sag und Frau Linda Güven, festlich mit ihren bunt geschmückten Schultüten in die Kirche ein.

Abuna Saliba Dag hieß die Kinder mit herzlichen Worten willkommen, sprach ermutigend über den Beginn ihres neuen Lebensabschnitts und erteilte ihnen den Segen im Namen des dreifaltigen Gottes – Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Zeitgleich zum Gottesdienst wurde eine Kinderbetreuung angeboten, bei der die kleinen Gäste kreativ beschäftigt wurden. Sie bastelten liebevoll gestaltete Lesezeichen, die sie als Erinnerung an diesen besonderen Tag mit nach Hause nehmen durften – ein schönes Symbol für die frühe Förderung der Freude am Lesen und Lernen.

Den feierlichen Abschluss bildete ein gemeinsames Gruppenfoto, auf dem die Aufregung und Freude der Kinder deutlich sichtbar waren. Zudem erhielten die Erstklässler ein kleines Präsent als Zeichen der Unterstützung und des guten Wunsches für ihren Start ins Schulleben.

Erstes syrisch-orthodoxe Lehrbuch wird Papst Franziskus überreicht



Vatikan, 01. Juni 2024:
Im Rahmen einer Privataudienz mit Metropolit Philoxenos Yusuf Çetin aus Istanbul beim römisch-katholischen Papst hat der stellvertretende syrisch-orthodoxe Landeskoordinator und Schuldekan von Baden-Württemberg, Dr. Dr. Josef Önder, Seiner Heiligkeit das erste syrisch-orthodoxe Religionsbuch, das nach einem Bildungsplan verfasst wurde, vorgestellt und im Namen der syrisch-orthodoxen Landeskoordination überreicht. Papst Franziskus zeigte sich erfreut über das Lehrwerk und segnete die fruchtbare Arbeit der Lehrbuchkommission. Der stellvertretende Schuldekan war Teil einer Delegation, die an einer brüderlichen Begegnung mit dem römisch-katholischen Papst teilnahm.

Metropolit Philoxenus Mattias Nayis besucht das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg



Am Freitag, den 23. Februar 2024, besuchte Metropolit Philoxenus Mattias Nayis das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, genauer, die Stabsstelle für Religionsangelegenheiten/ Staatskirchenrecht in Stuttgart. Begleitet wurde er von einer Delegation hochrangiger Vertreter:

-Abuna Habip Önder, Landeskoordinator und Schuldekan für das Fach Syrisch-Orthodoxe Religionslehre in Baden-Württemberg;
-Dr. Dr. Josef Önder M.A., Vertreter des Landeskoordinators und Schuldekans, Leiter des Studiengangs „Syrisch-Orthodoxe Theologie/Religionspädagogik“ an der pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd;
-Herr Jakob Dakin, Vertreter des Diözesanrats der syrisch-orthodoxen Erzdiözese in Deutschland;
-Frau Linda Güven M.A., erste staatlich ausgebildete syrisch-orthodoxe Religionslehrerin in Deutschland und Doktorandin an der pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg.

Der Besuch bot eine Gelegenheit für einen konstruktiven Austausch über den aktuellen Zustand des syrisch-orthodoxen Religionsunterrichts in Baden-Württemberg. Der Religionsunterricht, der seit dem Schuljahr 1994/1995 im baden-württembergischen Fächerkanon implementiert ist, wird derzeit an über 60 Schulen (Grundschulen, Werkrealschulen, Realschulen, Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und Berufliche Gymnasien) erteilt, was auf ein kontinuierliches Wachstum und Interesse am Fach hindeutet.

Ein besonderer Schwerpunkt des Gesprächs lag auf dem Studiengang „Syrisch-Orthodoxe Theologie/Religionspädagogik“, der seit dem Wintersemester 2021/2022 an der pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd implementiert ist und die dritte Säule im Ökumenischen Institut der Hochschule bildet. Dieser Studiengang – einmalig im deutschsprachigen Raum – trägt dazu bei, qualifizierte Lehrkräfte für den syrisch-orthodoxen Religionsunterricht auszubilden und das Fach weiter zu stärken.

Der Austausch wurde von gegenseitigem Respekt und Interesse geprägt, und es wurden verschiedene Ideen zur Weiterentwicklung des syrisch-orthodoxen Religionsunterrichts besprochen. Metropolit Philoxenus Mattias Nayis und die Delegation zeigten sich erfreut über die offene und herzige Atmosphäre des Treffens und äußerten ihre Dankbarkeit für die Unterstützung und Zusammenarbeit seitens des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg. Informationen zum Studiengang „Syrisch-Orthodoxe Theologie/Religionspädagogik“:
https://www.ph-gmuend.de/studium/studiengaenge/zertifikatsstudiengaenge/zertifikatsstudium-syrisch-orthodoxe-theologie/religionspaedagogik