Kirche (SOKvA)

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Geschichte und Gegenwart

1.1 Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien: Ursprung

Seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts leben syrisch-orthodoxe Christen aus dem Turabdin (dt. „Berg der Gottesknechte“), im Südosten der Türkei, aus Syrien und dem Irak in der Bundesrepublik Deutschland. Sie sind Mitglieder der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien.

Diese war nach der Jerusalemer Urgemeinde die zweite städtische Gemeinde der frühen Christenheit (vgl. Apg 11, 19–26). Die beiden apostolischen Gründungsväter waren Barnabas und Paulus (vgl. Apg 13, 1–3). Sie haben das Tor zur Mission der „Heiden“ geöffnet, was als ein weltgeschichtliches Großereignis bezeichnet werden kann. Von Antiochien aus wurde gemäß der Überlieferung der Großraum Syrien christianisiert.

Der Apostel Simon Petrus gilt als erster Bischof Antiochiens, in dessen ununterbrochener Sukzession steht der in Damaskus residierende syrisch-orthodoxe Patriarch, Seine Heiligkeit 

, Oberhaupt der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und des ganzen Ostens. Das Patriarchat von Antiochien umfasst heute folgende Räume: das alte Mesopotamien mit den Regionen Türkei, Syrien, Irak, Libanon und Indien; seit einigen Jahrzehnten auch die Diasporaländer in West- und Mitteleuropa, in Nord- und Südamerika, in Australien und in den Arabischen Emiraten.

, Oberhaupt der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und des ganzen Ostens. Das Patriarchat von Antiochien umfasst heute folgende Räume: das alte Mesopotamien mit den Regionen Türkei, Syrien, Irak, Libanon und Indien; seit einigen Jahrzehnten auch die Diasporaländer in West- und Mitteleuropa, in Nord- und Südamerika, in Australien und in den Arabischen Emiraten.

1.2 Verortung der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in der Christenheit

Die frühe Kirche hat sich zunächst in den drei großen kulturellen Räumen der antiken Welt entfaltet: im Vorderen Orient (Syrien, Ägypten, Palästina, Armenien, Äthiopien), im Byzantinischen Reich (Kleinasien und Balkan) und im Weströmischen Reich (Italien, Afrika, Spanien, Gallien und Germanien).

Die Kirchen des Vorderen Orients (Armenische Apostolische Kirche, Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, Eritreisch-Orthodoxe Kirche, Koptisch-Orthodoxe Kirche und Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien), die heute die Orientalisch-Orthodoxe Kirchenfamilie bilden, zählen weltweit etwa 60 Millionen Mitglieder. Im Jahr 451 n. Chr. kam es auf der ökumenischen Synode von Chalcedon (heutiger Istanbuler Stadtteil Kadıköy) wegen Differenzen in Bezug auf das Verständnis von der Person Jesu Christi zur Trennung zwischen der heutigen Orientalisch-Orthodoxen Kirchenfamilie und der Römisch-Byzantinischen Reichskirche. Später, im Jahr 1054 n. Chr., kam es innerhalb der Römisch-Byzantinischen Reichskirche erneut zur Spaltung. So existiert die eine Kirche Jesu Christi aus heutiger Perspektive in folgenden Kirchen bzw. -familien:

Im Orient und im Osten:

Im Westen:

Trotz der Trennung haben die verschiedenen Kirchen bzw. Kirchenfamilien auch

fundamentale

1.3 Sprache und Liturgie

Die Amtssprache der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien ist das Aramäische, die Verkehrssprache im antiken Persischen Reich und die Muttersprache Jesu Christi. In dieser Sprache liest die Kirche das Alte und das Neue Testament sowie die Werke der syrischen Kirchenväter und feiert bis heute ihre heilige Liturgie, die auf den heiligen Jakobus, den Herrenbruder († 62 n. Chr.), zurückzuführen ist.

In der westlichen Welt werden aramäische Liturgie-Texte auch in die Sprachen der verschiedenen Gastländer übertragen, sodass Kinder und Jugendliche die Liturgie in der jeweiligen Verkehrssprache mitverfolgen können.

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Erzdiözese der Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien in Deutschland (KdöR)

2.1 Geschichte und Gegenwart

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart waren und sind syrisch-orthodoxe Christen immer wieder Verfolgungen ausgesetzt. Jede dieser Nachstellungen hatte und hat eine Auswanderungswelle aus der angestammten Heimat zur Folge. Aus diesem Grund leben von den insgesamt 6 Millionen syrisch-orthodoxen Christen (Bemerkung: im 13. Jahrhundert hatte die Kirche noch 13 Millionen Mitglieder) etwa 120 000 in der Bundesrepublik Deutschland, verteilt auf 60 Gemeinden, die von 62 Seelsorgern (Dekanen und Priestern) in den Bundesländern betreut werden.

Die Erzdiözese der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Deutschland hat im Jahr 2018 den Status der Köperschaft des öffentlichen Rechts erworben. Diözesanbischof der Erzdiözese ist seine Eminenz

. Sein Amtssitz ist das Kloster St. Jakob von Sarug. Ihm stehen der Priesterkonvent und der Diözesanrat zur Seite. Die Gemeinden werden – wie in westlichen Schwesterkirchen – von einem Gemeinderat geleitet, dessen Vorsitz der Priester innehat. Ferner hat jede Gemeinde einen Frauen- und einen Jugendrat. In den letzten zehn Jahren hat sich überdies in jeder Stadt, in der syrisch-orthodoxe Christen leben, die SOKAD-Jugend (SOKAD = Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien in Deutschland) etabliert, der offizielle Jugendverband der Erzdiözese.

2.2 Seelsorger und Gemeinden in Baden-Württemberg

Im baden-württembergischen Kirchenbezirk leben ca. 30 000 syrisch-orthodoxe Gläubige, verteilt auf elf Gemeinden. An der Spitze des syrisch-orthodoxen Kirchenbezirks Baden-Württemberg steht ein Dekan. Ihn unterstützen acht Priester, die folgende Gemeinden betreuen:

1. Dekan Habip Önder, Göppingen: St. Afrem
2. Dekan Melki Teber, Göppingen: St. Jakob von Sarug
3. Dekan Isa Gharib, Pfullendorf: St. Maria

4. Pfr. Saliba Dag, Bietigheim-Bissingen: St. Petrus und Paulus
5. Pfr. Numan Inan, Heilbronn: St. Ephräm
6. Pfr. Sefer Jakob, Heilbronn-Kirchhausen: St. Jakob von Nisibis
7. Pfr. Isa Demir, Kirchardt: St. Gabriel
8. Pfr. Aziz Stefan, Kirchardt: St. Stefanus
9. Pfr. Aziz Can, Leimen: St. Maria
10. Pforzheim: syr.-orth. Gemeinde
11. Tauberbischofsheim: syr.-orth. Gemeinde